
Was bedeutet uns der Holocaust heute?
Eine Forumtheater-Recherche mit Publikumsbeteiligung.
Das Thema Holocaust fordert emotional und intellektuell heraus. Es kann aufwühlen und zu erschütternden Erkenntnissen führen. Es kann auch Abwehr auslösen oder die damit konfrontierten Jugendlichen zu absurden historischen Annahmen verleiten. Das Forumtheater act-back nähert sich gerade solchen Reaktionen achtungsvoll und konstruktiv. Es thematisiert mit einer Szene den Holocaust, die Jugendlichen reagieren darauf und bestimmen im Dialog mit den Schauspielern, dem Regisseur und einem Historiker eine nächste Szene. Dieser Dialog ist entscheidend, da – im Unterschied zu einem üblichen Forumtheater – alle Szenen vollständig aufgrund der Publikumsreaktionen neu entstehen und improvisiert werden. Die eigene emotionale Erfahrung der Jugendlichen, ihr individuelles Wissen, ihre persönlichen Vermutungen und Erklärungsversuche, ihre Widerstände oder Schwierigkeiten bilden dabei die Triebfedern des gemeinsamen Erkenntnisprozesses. Der Regisseur und der Historiker strukturieren mit ihrer Gesprächsleitung, ihren Spielanweisungen und mit altersgemässen Fachinputs den Prozess. Hauptziel ist es, die Jugendlichen politisch zu bilden. Sie setzen sich emotional und kognitiv mit dem Holocaust als historisches Ereignis auseinander und gewinnen Erkenntnisse über Fragen des Menschenrechts. Sie erleben, dass sie eigenes Vorwissen, eigene Überlegungen und etwaige Irritationen einbringen können und dass gerade so eine produktive Auseinandersetzung in Gang kommt. Sie erfahren, dass der Holocaust für sie und ihre Gegenwart bedeutende Fragen aufwirft. Es ist von Vorteil, wenn die Jugendlichen das Thema Holocaust im Unterricht behandelt haben. Da die Interaktion im Zentrum steht, wird jede Aufführung den Voraussetzungen des Publikums angepasst (Vorwissen, Alter etc.). «Holocaust heute» ist ein Veranstaltung im Rahmen des Holocaust-Gedenktags (27. Januar 1945, Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz).
Veranstaltungsort: Im Schulhaus |