Nazitäter im Fokus

Eine theatrale Recherche zum Holocaust

Ins Zentrum unserer Theater-Recherche steht eine am Holocaust direkt beteiligte Hauptfigur. Diese ist fiktiv in ihrer Konkretisierung, aber orientiert an den historischen Ereignissen. Gespielt wird sie, wie weitere Figuren aus ihrem Umfeld, von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler.


Wir sehen Szenen aus ihrem Leben und zu ihren Taten. Oder wir hören von ihr, wie sie ihre Vergangenheit erinnert, erklärt, rechtfertigt oder verleugnet. Diese Szenen und Gespräche sollen das Publikum emotional packen und intellektuell herausfordern. Ziel ist nicht, eine Erklärung für die Taten in den Charaktereigenschaften der Täter zu finden, da wir von der (wissenschaftlich gesicherten) Erkenntnis ausgehen, dass die meisten von ihnen nicht pathologisch veranlagte, sondern gewöhnliche Menschen waren. Vielmehr geht es um eine Auseinandersetzung mit der Frage nach den konkreten Situationen und Prozessen, die aus ihnen monströse Täter machten.


Um die Zeitumstände und Ereignisse vor und während des zweiten Weltkrieges zu vermitteln, finden neben Spiel- und Diskussionsphasen auch historische Inputs in Form von Powerpointpräsentationen mit Film- und Bildmaterial statt. Diese sind vom Historiker und Holocaustexperten Stefan Mächler sorgfältig ausgewählt und aufbereitet worden und werden an geeigneten Stellen im Prozess in den Ablauf eingebettet.

Die Methode – Auseinandersetzung als Ziel

Alle Szenen, auch die allererste, welche die Aufführung eröffnet, sind improvisiert. Dadurch ist jederzeit alles offen: Gespielte Szenen können verworfen, verändert, weitergesponnen werden. Dies geschieht im Dialog mit den Jugendlichen im Publikum. Sie nehmen Einfluss auf das Spiel der Schauspieler, indem sie Handlungsverläufe entwerfen, Charaktere gemäss ihren Ideen definieren oder sogar selber eine Rolle übernehmen. So identifizieren sie sich mit den gezeigten Situationen und Figuren, hinterfragen deren Verhalten und ihre Handlungsmotive kritisch, diskutieren mögliche Lösungsansätze und reflektieren eigene und fremde Haltungen und Positionen.

Vorbereitung und Gestaltungsformen

Vor der Aufführung findet ein Vorbereitungsgespräch zwischen Vertretern der Schule und dem Moderator / der Moderatorin der Veranstaltung statt, um die Voraussetzungen und das Vorwissen der SchülerInnen zu klären und Form und Dauer der Aufführung festzulegen. Eine solche dauert üblicherweise ca. 2.5 Std. Denkbar sind jedoch auch ganztägige Veranstaltungen zum Thema oder die Kombination mit einem weiteren Themenmodul (Fremde Heimat, Anders!). Eine besondere Vorbereitung der SchülerInnen ist nicht notwendig


Nach der Veranstaltung soll das Erlebte auf Klassenebene nochmals aufgegriffen werden. Das Theater act-back stellt dafür eine Mappe mit Ideen und Methoden zur Vertiefung, einer Liste geeigneter Lehrmittel und Hinweisen auf weitere Angebote und Fachstellen zur Verfügung.

Mögliche Inhalte

In der interaktiven Aufführung geht es unter anderem um folgende Fragen:

  • Wie konnte es zur systematischen Vernichtung der europäischen Juden während des zweiten Weltkriegs kommen?
  • Was bedeutete dies für die Opfer?
  • Was waren die Motive und Handlungsspielräume der Opfer und Täter, der Bystanders und der Helfer von Juden?
  • Wie hätte ich selbst mich verhalten?
  • Welche Schlüsse ziehen wir heute für uns persönlich und für heutige gesellschaftliche und politische Entwicklungen daraus?

Hinweis

Dieses Angebot ist eine Weiterentwicklung eines Projekts, das mit grossem Erfolg über fünfzig Mal an Deutschschweizer Schulen aufgeführt wurde. Dieses Vorgängerprojekt erhielt 2016 den Dr. Kurt Bigler-Preis für hervorragende pädagogische Projekte zum Thema Holocaust und Rassismus.

Rahmenbedingungen

Zielgruppe

7. - 10. Schuljahr, Mittelschulen, Berufsschulen der Deutschschweiz

Kosten

Nach Vereinbarung

Durchführungsort

Im Schulhaus (Singsaal, Aula …)

Benötigte Infrastruktur

  • (Erhöhte) Bühne oder Spielfläche
  • Halbkreisförmige Publikumsbestuhlung
  • Ein Tisch, 3-4 Stühle, Wassergläser, Wasserflasche, und falls vorhanden, ein Sofa auf der Bühne
  • Flipchart und Flipchartmarker
  • Beamer und Lautsprecher

Teilnehmerzahl

45 - 80 Personen

Dauer

Halbtag: 2.5 - max. 3 Std.

Ganztag: 5 - 6 Std.

Informationen als PDF

Nazitäter im Fokus

Interessiert?

Für Anfragen wenden Sie sich einfach an unsere Projektleiterin Deborah Hefti per E-Mail oder per Telefon. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.